Wer träumt nicht von der bunten Bauernhofswelt, in der Tier und Mensch Hand in Hand in Eintracht leben? Und wenn es in der Stadtwohnung nicht zu einer kompletten Bauernhofausstattung reicht, dann fangen wir doch im Kleinen mit der Zusammenführung von Hund und Kaninchen an. Eine gute Idee, oder?
In diesem Beitrag befasse ich mich mit der Möglichkeit, Kaninchen und Hunde mit minimiertem Risiko in einem gemeinsamen Haushalt zu halten.

Wesen
Kaninchen und Hunde sind im Wesen grundverschieden. Kaninchen sind Fluchttiere, während Hunde als Erben der Wölfe zu den Jägern gehören. Kaninchen und andere Kleintiere sind demnach willkommene Beute, die dem überlegenen Hund wenig entgegen zu setzen haben.
Trotzdem will man versuchen, ein harmonisches Zusammenleben her zu stellen.

In einem Beispielszenario stellt man nun seinen Hund den Kaninchen vor und die erste Reaktion des Kaninchens ist Stampfen und die Flucht unter das Sofa. Der Hund in Folge fühlt sich im besten Fall nur zum Spielen aufgefordert und läuft Schwanz wedelnd  hinter. Im schlimmsten Fall ist er schneller als das Kaninchen, packt es im Nacken und Hoppel hat seinen letzten Sprung getan.

Jagdtrieb
Hunde, egal welche Größe und Rasse, haben immer einen mehr oder minder ausgeprägten Jagdtrieb, natürlich kann man ihnen abtrainieren die Kaninchen zu jagen und selbst wenn es dem Hund gelingt in 99,9 Prozent der Fälle seine Impulse zu kontrollieren, so bleiben dennoch 0,1 Prozent der Ungewissheit übrig. Und diese 0,1 Prozent entscheiden für Hoppel über Leben und Tod.
Natürlich gibt es Fälle, in denen Kaninchen und Hund friedlich miteinander leben, aber es kann auch 10 Jahre gutgehen und dann kommt plötzlich der alles verändernde Vorfall. Möchte man dieses Risiko also eingehen?

Ein Kaninchen im Hunderudel?
Die zentrale Frage, die sich stellt, ist, wer profitiert von dem Zusammenleben? Wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist, dann wird man schnell feststellen, dass weder der Hund das Bedürfnis geäußert hat, dem Rudel der Kaninchen bei zu treten, noch hegten die Kaninchen den Wunsch ihren gezähmten Fressfeind in der Runde willkommen zu heißen. Derjenige, der sich wünscht Raubtier und Beute in Frieden zu vereinen, ist der Mensch und Halter.

Stichwort: nebeneinander
So nachvollziehbar dieser Wunsch auch ist, so sehr möchten wir an dieser Stelle davon abraten.
Das heißt aber nicht, dass es unmöglich ist, Hund und Kaninchen in einem Haushalt zu halten, das kann sogar richtig gut funktionieren. Das Stichwort ist dabei aber nicht miteinander sondern nebeneinander.
Kaninchen und Hunde sollten ihr eigenes Revier erhalten. Am einfachsten ist es natürlich den Kaninchen einen Bereich ab zu teilen, den der Hund nie und unter keinen Umständen betreten darf.
Hunde lernen sehr schnell, dass sie nicht über einen bestimmten Punkt hinausgehen dürfen (z.b. Türschwelle) und solange man dabei absolut konsequent bleibt, findet der Hund sich damit ab.
Es bleibt trotzdem eine wichtige Aufgabe, dem Hund das Anbellen oder Beschnüffeln der Kaninchen zu verbieten. Bellt der Hund, dann führen Sie ihn immer wieder in einen anderen Raum, sobald das Bellen auftritt; dann lernt er, dass dieses Verhalten unerwünscht ist.
Hund und Kaninchen können gut in Sichtkontakt leben. Die Kaninchen brauchen allerdings eine Weile, bis sie sich an den Fressfeind in der Nähe gewöhnen und sie nicht mehr aufstampfen und sich verstecken.

Verhaltensregeln
Kaninchen und Hunde sollten niemals unbeaufsichtigt zusammen sein. Laufen die Kaninchen im Sommer im Garten frei, sollte der Hund an der Leine gehalten werden oder die Zeit im Haus verbringen. Dasselbe gilt, wenn die Kaninchen in einem ungesicherten Gehege rausgelassen werden.
Im Haus oder draußen sollten die Kaninchen in einem Gehege leben, dass zu 100% gegen Einbrüche und Ausbrüche gesichert ist, d.h. draußen muss ein Gehege mardersicher sein, innen muss das Gehege gegen den Hund gesichert sein.
Das Gehege muss so stabil sein, dass der Hund sich nicht durch Geschicklichkeit oder Gewalt Zugang verschaffen kann und auch dem Einfallsreichtum der Kaninchen, das sie bei Ausbruchversuchen an den Tag legen, entgegenstehen.
Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen bleibt ein Restrisiko, dass nur durch Sorgfalt zu minimieren ist. Schließe das Gehege mit einem Ritual ab, d.h. wiederhole beim Schließen immer dasselbe Bewegungsmuster, so dass es in Fleisch und Blut übergeht und auch an hektischen Tagen das Gehege sicher verschlossen wird, bevor du den Raum oder die Wohnung verlässt.
Solange die größtmögliche Sicherheit gewährleistet werden kann, ist gegen ein harmonisches  Nebeneinander nichts einzuwenden.
Mein Hund und meine Kaninchen und Meerschweinchen führen ein gutes Leben im gleichen Haushalt. Sie haben ausschließlich Sichtkontakt – und das ist auch gut so!

Teilt mir eure Erfahrungen mit Kleintieren und anderen Hausbewohnern mit!

Liebe Grüße,

Eure Sarah von SarahMaxiundCo.de

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